The Rabbit I Never Got
Nov
28
to Jan 9

The Rabbit I Never Got

Please join us for the opening of this extraordinary group show, November 28!

The Rabbit I Never Got

Künstlerinnen: Nigin Beck - Marina Blanca - Songül Boyraz Kuratorinnen: Ala Glasner - Gabrielle Berlin - Nathalie Hoyos

Die Ausstellung The Rabbit I Never Got in der VBKÖ- Vereinigung bildender Künstlerin- nen Österreichs nimmt das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts zum Anlass über die Strukturen und Mechanismen des Ausstellungsbetriebs nachzudenken. Der uneinge- schränkten Macht des Kurators entgegenwirkend soll nun die Errungenschaft der Demo- kratie in der Methodik der Ausstellungskonzeption ihren Wiederhall finden. Wie würden Ausstellungen aussehen, wenn man als Kurator ‚die Entscheidungshoheit‘ aufgibt und die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler demokratischer gestaltet? Diesem Prinzip fol- gend, lud die Initiatorin des Projekts, Ala Glasner, eine Künstlerin und zwei weitere Kura- torinnen ein, die jeweils eine Künstlerin baten am Projekt teilzunehmen. Dieses Schnee- ballprinzip ließe sich ins Unendliche fortsetzen. Die Ausstellung bleibt für alle Beteiligten ein Experiment und rückt die erzählerische Kraft der Kunst in den Vordergrund. Es wird hier nicht eine These eines Kurators durch die Kunst belegt, sondern die Werke können ihre eigene Geschichte entfalten.

Den gemeinsamen Nenner der Ausstellung bildet der Begriff der Identität: die Art, wie wir uns wahrnehmen und ausdrücken. Faktoren und Bedingungen, mit denen ein Indivi- duum je nach Geschlecht, ethnischer Herkunft, dem Körper, seiner Vergangenheit lebt, spielen eine Rolle bei der Definition der eigenen Identität. Der gesellschaftliche Wandel und sozialpolitische Forderungen in Kombination mit der neuen sowie gleichzeitig tradi- tionellen Rollenverteilung und die damit verbundenen Konflikte sollen in dieser Ausstel- lung beleuchtet werden.

Die Räumlichkeiten der VBKÖ- Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs zeigen drei starke künstlerische Positionen: Nigin Beck, Marina Blanca und Songül Boyraz.

Von der 1969 in der Türkei geborenen Künstlerin Songül Boyraz präsentiert die Ausstel- lung Fotos, Zeichnungen und ein Video. Die Werke kreisen um Vergänglichkeit, Weiblich- keit und Identität. An den Roman von Marlene Haushofer - Die Wand - fühlt man sich beim Betrachten des Videos Judith von 1998 erinnert. Man beobachtet eine Frau, die in einem Glaskubus gefangen ist, bei ihrem verzweifelten Kampf sich aus diesem Gefängnis zu befreien. Abwechselnd werden starke und gegensätzliche Emotionen beim Zuschauer hervorgerufen, von Beklemmung und Panik bis hin zu Kampfgeist, Willen und Stärke.

Von Veränderung und Vergänglichkeit erzählen die von der Decke hängenden Haarskulp- turen. Es sind Haare der Künstlerin, ausgefallen und über Wochen, Monate, Jahre ge- sammelt. Die Skulpturen sind in den zarten Zeichnungen verewigt.

Eine Fotoserie zeigt den Heimatort ihrer Mutter: Der Ort ist, wie viele Orte Ost-Anatoliens mittlerweile nahezu ausgestorben. Die politische Situation, Arbeitsnot und die einsetzen- de Stadtflucht machten aus einer intakten Dorfgemeinde in den 60er Jahren einen Ort an

dem lediglich 8 Menschen leben. Erst in den letzten Jahren kehren immer mehr Kinder und Enkelkinder zurück an die Orte ihrer Eltern und Großeltern und bauen ebendort Feri- en- und Wochenendhäuser auf.

Um Sehnsuchtsorte geht es auch Marina Blanca mit ihren Sesselobjekten:
Die Künstlerin beschäftigt sich immer wieder mit Fragen, wie: „Wie steht etwas in der Welt? Ist seine Form offen oder verschlossen? Wie appellieren Gestalt und Oberfläche an unser Körpergefühl?“ In den Arbeiten von Marina Blanca verbinden sich Fragen von Funk- tionalität und Dysfunktionalität mit den Fragen menschlicher Zu- und Unzulänglichkeit. Fragen des Individuums, seine Verletzlichkeit und Endlichkeit, sowie Herkunft. Während Songül Boyraz das Zuhause als Ort der Wiederkehr thematisiert, rückt Blanca vertraute Gegenstände, wie die anglophilen Sesselobjekte ihrer norddeutschen Kindheit aus der häuslichen Erinnerung und stellt dabei Geborgenheit in Frage.

Nichts ist so wie es scheint, auch wenn ihre Objekte in Form, Farbmuster und Arrange- ment an die soliden Salons der gutbürgerlichen Gesellschaft vergangener Jahrhunderte denken lassen. Die kantigen, scharfen, überdimensionalen Objekte, in denen man Zu- flucht und Gemütlichkeit suchte, aktivieren psychisches Unbehagen. Durch die geringfü- gigen Manipulationen erlebt der Betrachter eine Entfremdung und muss erkennen: Die heile Welt von Gestern gilt nicht mehr, also ist auch die Sehnsucht nach Sicherheit und verrückbaren Wirklichkeiten nichts als Illusion.

Blancas Arbeiten im Allgemeinen erinnern an das Spiel des Lebens: Immer wieder setzt sie ihre anthropomorphen Objekte, die an domestischen Gegenstände erinnern, wie Sitzmöbel, Tongefäße, Lichtobjekte in Szene, und kreiert mit Ihnen dynamische Spielplät- ze. Dabei geht es der Künstlerin um Identität, das Miteinander und das Zusammenleben unserer Gesellschaft im Alltag.

Nigin Beck ist eine Zeitreisende, die Sehnsuchtsorte ihrer Kindheit immer wieder aufsucht und dadurch erlebtes Vergangenes - in Form von Kunst - in die Gegenwart holt. Mit ei- nem lachenden und einem weinenden Auge konvertiert die 1984 in München geborene, in Berlin lebende, Künstlerin ihre oft schmerzhaften Erinnerungen in bestehende Tatsa- chen.

Das Werk The Rabbit I Never Got reflektiert die wertvollen Spaziergänge mit ihrer aus dem Iran emigrierten Grossmutter - in Verbindung mit einem nie eingelöstem Verspre- chen - durch typisch iranische Materialien: einem Stein der dortigen Moschee- Eingänge. Nicht nur uneingelöste Versprechen sondern auch Unausgesprochenes spielen in Nigin Becks Werk eine Rolle, genau so wie Themen der Zugehörigkeit, Identität und inter-kultu- rellen Separation.

In She Looks Like A Moviestar, And She Can Cook, Too kehrt die Künstlerin den unsicht- baren iranischen Futterstoff eines Hausanzuges nach Aussen und macht sonst Privates für den Betrachter sichtbar. Die Arbeit You Got The Look I Like steht für die Freundlichkeit in den Strassen Teherans. Der konzeptuelle Ansatz der Künstlerin in Verbindung mit der ab-

soluten Abstraktion und dem Spiel unterschiedlichster, oft weiblich besetzter, Materialien und Medien zeichnet Becks Oeuvre aus.

Eröffnung: 28. November 18 - 21 Uhr

Ausstellung: 29. November 2018 - 9. Januar 2019

VBKÖ - Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs

Maysedergasse 2/ 4. Stock (Lift) 1010 Wien

Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 15 - 19 Uhr (Feiertage geschlossen) und auf Anfrage: info@vbkoe.org

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Join me for my Talk at art berlin 2018
Sep
29
3:00 PM15:00

Join me for my Talk at art berlin 2018

  • Flughafen Tempelhof Hangar 5 und 6 Tempelhofer Damm 45 12101 Berlin (map)
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How to create valuable relationships in the arts and in business ventures while chasing unicorns

Moderator: Ala Glasner (curator and advisor)
Speaker: Lutz Casper (curator collection Landesbank Baden-Wuerttemberg)
Tanja Wagner (gallerist)
Anna Witt (artist) and Christian Meermann (Founding Partner, Cherry Ventures)

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Mar
10
9:30 PM21:30

Vienna Technoball 2018 goes ART

"Elastic still lives", a brand new video work by Swedish artist Malin Bülow, premieres at Vienna Technoball 2018! Very exciting- and: "Hi, Gordon" continues.... Thank you, Malin!

The video documents Bülow’s living sculptures who performed at the exhibition "Before the Beginning and after the End", in Vienna in February 2018. "Elastic still lives" is part of an ongoing series of elastic sculptures where the artist is investigating elasticity in relation to body, skin and movement/non-movement. Malin Bülow seeks to both activate and intensify the stillness of sculpture and therefore invites dancers to improvise and interact with her sculptural installations: they embody the skin and they become extensions, activators and holders of a sculptural system or structure.

 

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 Before the Beginning and after the End
Feb
15
to Feb 18

Before the Beginning and after the End

  • 14 Schlossgasse Wien, Wien, 1050 Austria (map)
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Das erste Projekt von "Hi, Gordon" ist eine POP- UP Ausstellung und wird unter dem Titel „Before the Beginning and after the End“ in einem einzigartigen Ausstellungsraum der ehemaligen K&K Kunsttischlerei in Wien realisiert. Das Haus wird nach dem Projekt generalsaniert und wurde 1912/13 von Hans Epstein gebaut. In den letzten Jahren öffentlich so gut wie gar nicht zugänglich, sind die Ausstellungsräume in diesem Fall eine Herausforderung für die Künstlerinnen und Künstler, die zumeist ortsspezifische Arbeiten zeigen werden.

OPENING: 15 Februar 2018, 19.00 Uhr
Ausstellung: 16.-18.2. 14- 18 Uhr

Kuratorin:
Ala Glasner

Teilnehmende KünstlerInnen

Malin Bülow | Catharina Bond | Veronika Dirnhofer | Theresa Eipeldauer | Judith Fegerl | Karl Karner | Agnes Prammer |  Sohie Thun | Anna Witt | Micha Wille | Stephanie Winter

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